Berichte von 05/2014

28Mai
2014

Clases de Accion. 2 - Skaten

Gestern war die 2. Aktion von meinem Projekt dran - das Skaten.

Die Jungs (es waren nur 6 eingeplant, es kamen 4) kamen nur 10 Minuten zu spät (was wirklich wenig ist) und dann ging es ziemlich direkt los. Wir haben von dem "Erbauer" der Skatehalle und der ganzen Rampen eine kurze Einführung bekommen und dann konnten wir alle solange, wie wir wollten, das Skaten ausprobieren. Es gab 2 Skateboards für uns 6 aber das war gar nicht so schlimm, weil sie dann zeigen konnten, wie es um ihre Fähigkeit mit dem Teilen bestellt ist. Und es hat echt gut geklappt! Es gab keinen einzigen Konflikt.

Nachdem alle ein paar Mal auf die Schnauze geflogen sind und sich ordentlich wehgetan haben (Gott sei Dank hat sich keiner was gebrochen!), hat uns der Leiter die wichtigsten Tricks gezeigt und versucht uns beizubringen. Ich habe es auch ausprobiert - es ist echt nicht so einfach, wie es aussieht!

Die Jungs hatten auf jeden Fall ihren Spaß! Sie fanden es witzig, wenn jemand hingefallen ist. Gut, dass ich keine Mädchen mitgenommen habe - die hätten sich (wie ich ehrlich gesagt auch) nicht so viel getraut.

Das Coole an der Skateanlage ist, dass sie jeden Tag von 3-7 Uhr nachmittags geöffnet ist und jeder, der möchte, dort trainieren kann. Man sollte allerdings sein eigenes Skateboard mitbringen. Aber ich bin mal gespannt, ob die Jungs nochmal dorthin zurück gehen - sie waren echt begeistert. Vor allem, weil es alle vorher noch nie ausprobiert haben.

Die gesamte Anlage wird euch nicht groß erscheinen - wir kennen aus Dortmund Skateparks an jeder Ecke, die alle größer und besser angelegt sind. Aber diese Skatehalle ist die Einzige hier in Tunja, da es vom Staat bis jetzt noch keine Unterstützung gab. Es gibt keinen einzigen Skatepark hier in Tunja. Ganesh, der "Gründer" des Ganzen, hat alle Rampen mit einem Freund zusammen selbst erbaut und auch selbst bezahlt. Einfach nur, weil er für diesen Sport eine so große Leidenschaft hat und den Jugendlichen in Tunja ermöglichen möchte, ordentlich zu trainieren. Beeindruckend!

26Mai
2014

Clases de Accion

Ich habe schon lange nichts mehr von mir hören lassen, ich weiß. Das liegt aber daran, dass ich einerseits wahnsinnig beschäftigt war mit der Planung von einem neuen Projekt - ich komm sofort dazu - und dann ist aber wirklich einfach nicht so viel passiert. Seit Ostern habe ich ohne Pause gearbeitet - gut, so lange ist das auch gar nicht gewesen, gerade mal 1,5 Monate. Und die großen Ferien nahen... dann bekommt ihr wieder schöne Urlaubsfotos zum neidisch werden :)

Aber jetzt werde ich euch erstmal von meinem Projekt berichten, das auch vor den Ferien noch fertig sein muss!

Ein paar von euch haben schon mitbekommen, dass ich seit Wochen für dieses Projekt herumlaufe, Leute suche, anspreche, rumtelefoniere und mich mit vielen interessanten Menschen getroffen habe. Das alles hatte den Sinn, etwas über die Jugendprojekte hier in Tunja herauszufinden und mit einigen von ihnen Aktivitäten mit meinen 11ern zu planen. Ich möchte nämlich, dass meine Schüler das Freizeitangebot hier in Tunja kennenlernen und auf die Idee kommen, ihre Freizeit auch mit etwas anderem als Facebook, WhatsApp, Fernsehen oder (im Fall der Jungs) Fußball zu verbringen. Viele von ihnen gammeln den ganzen Nachmittag Zuhause rum, ohne etwas Sinnvolles zu machen - natürlich auch nicht die Hausaufgaben. Hier gibt es auch das Problem der Faulheit - wie auch in Deutschland bei den Jugendlichen. Ich hoffe einfach, dass ich sie, allein durch die Vorstellung und das Ausprobieren verschiedener Sachen, etwas motivieren kann.

Ich bin ungefähr 6 Wochen in verschiedensten Ämtern und Einrichtungen hier in Tunja herumgelaufen, bis ich endlich eine Liste mit Jugendprojekten bekommen habe. Es ist so anstrengend, sich hier über irgendetwas zu erkundigen! Alle sagen dir: Komm Morgen wieder, dann haben wir es, ganz sicher. Und natürlich haben sie das Versprochene dann nicht, sind am Besten gar nicht am am verabredeten Zeitpunkt da und gehen auch nicht ans Handy. Anstrengend! Es läuft hier ein bisschen anders als in Deutschland ab in puncto Arbeit. Es ist echt schwierig für mich...Ihr wisst ja auch alle, dass ich normalerweise ein sehr strukturierter Mensch bin. Aber das ist hier einfach nicht möglich! Ich schaffe es schon nicht mehr, pünktlich zu sein....Ich hätte nie gedacht, dass ich das sagen werde!

Nachdem ich die Liste endlich hatte, habe ich alle durchtelefoniert. Schwierig auf Spanisch! Und ich habe mich dann mit vielen Leuten getroffen, "organisiert" und mit ihnen Absprachen für Aktivitäten getroffen. Dann ging es letzte Woche daran, die Erlaubnis der Direktorin einzuholen. Das hat mich fast zum Verzweifeln gebracht - ernsthaft, ich wäre fast daran gescheitert. An einer Unterschrift! Naja, die Gute ist leider nicht so kolumbianisch locker drauf...es gibt hier auch Ausnahmen! Es hat aber schlussendlich geklappt und so konnte ich diesen Samstag die erste Aktivität durchziehen!

Und zwar war die geplant mit: Den PFADFINDERN                                                   

Ich hatte schon vorher richtig viel Lust darauf, weil ich auch selber noch nie so etwas mitgemacht habe. Und es hat so einen Spaß gemacht!

Aber ich berichte euch von Anfang an. Es sind 13 von 26 Schülern gekommen - was für kolumbianische Verhältnisse richtig viel ist, da es nicht verpflichtend war und noch dazu in der Freizeit der Jugendlichen, die nebenbei 16-18 Jahre alt sind. Damit war ich schon richtig zufrieden. Das Beste war, dass alle pünktlicher als ich da waren! Ich habe sie vorher gebeten, pünktlich zu sein...Ich kam auf die Minute genau an - und sie saßen da schon 10 Minuten. So cool - es hat gezeigt, dass ich sie echt motivieren kann. Es ging dann relativ schnell los - die Pfadfinder haben erstmal ihre Aufstellung gemacht, ihren Bericht gehalten, .... Und meine Schüler waren schon leicht genervt. Aber sie waren höflich genug, abzuwarten und nicht zu meckern. Und dann wurden wir auch direkt in Gruppenspiele eingegliedert, die die Stimmung gelockert haben.

Dann ging es richtig los - wir wurden in Untergruppen eingeteilt. Jede Gruppe hatte einen Führer, wir mussten uns einen Mottospruch und einen Namen ausdenken. Wir waren die "Gewinner" - was natülich keiner verstanden hat. Aber das war ja der Trick daran ;) Und jedes Mal bei der Aufstellung, die immer vor und nach einer Aktivität kam, mussten wir den Spruch brüllen. Wer es nicht ordentlich gemacht hat, der musste 5 Kniebeugen machen. So witzig! Am Anfang hatten meine muchachos auch noch nicht so viel Lust darauf - aber irgendwann haben sie sich einfach darauf eingelassen und so einen Spaß gehabt!

Die Pfadfinder haben für uns eine Art Zirkel organisiert mit verschiedenen Aktivitäten - damit wir alles kennenlernen. Richtig gute Idee! Ich beschreibe jetzt nicht alles - guckt euch einfach die Fotos an:

 Am Anfang erstes Gruppenspiel die Aufstellung in unseren Gruppen Militärübung!  Blindenlauf  ich konnte natürlich was sehen!  Feuer machen   Sackhüpfen Pantomime    Alle zusammen

Alle waren richtig happy nacher - und 2 wollen sogar im Rahmen ihrer Sozialstunden damit weitermachen!! So gut - das ist ja das Ziel von dem Projekt. Ich hätte aber nie erwartet, dass irgendjemand von ihnen damit weitermachen wird.
Und alle haben mir gesagt, dass es ihnen gefallen hat und haben sich bei mir bedankt - allein dafür hat sich die ganze Arbeit gelohnt.

Morgen ist ein Projekt mit Skatern - ich bin mal gespannt! Ich werde euch berichten. Und am Freitag kommt noch ein Projekt mit einer Umweltgruppe, nächste Woche die Reflexion und dann nach den Ferien werde ich eine Collage in der Schule machen, damit alle die Projekte kennenlernen können.