14November
2013

Nuevas Perspectivas

Nuevas Perspectivas heißt so viel wie: Neue Perspektiven. Das ist der Name von unserem ersten Projekt, dass wir hier mit den Kindern durchführen. Jeder von uns soll ein Projekt planen, in dem den Kindern neue Ideen, neue Perspektiven nahegebracht werden - sei es über Deutschland, unsere Kultur, die Landschaften, unsere Familien oder etwas völlig anderes!

Mein Projekt habe ich damit begonnen (Freitag), den Kindern Videos zu zeigen, die ich vor dem Abflug größtenteils selbst zusammengeschnitten habe - über meine Lieblingsplätze in Dortmund (Innenstadt, Schule, Phoenixsee, Weihnachtsmarkt), ein Video über deutsche Landschaften und die Jahreszeiten und eine Präsentation mit Bildern von Freunden und Familie. Darauf waren sie besonders gespannt! Es war toll, wie neugierig die Kinder waren, wie gespannt sie zugeguckt haben und wie viele Fragen sie gestellt haben!

Sind die Kinder mit 10 Jahren auch schon so groß? Wofür braucht man Skibrillen? Wie schmeckt Schnee? Warum tragen die Kinder in der Schule keine Uniform? Warum ist die ganze Stadt voller Bäume? Wie viel kostet die Reise nach Deutschland? Anna nimmst du mich im Koffer mit nach Deutschland??

In der nächsten Stunde (Dienstag) kam dann mein nächster Lieblingsplatz in Dortmund - das Stadion! Das BVB-Video bekam eine besondere Stellung, weil ich darüber die Brücke zum nächsten Teil meines Projekts gebaut habe - das Fairplay-Fußballspiel. Es beruft sich auf das Projekt Straßenfußball für Toleranz. Aber dazu gleich mehr.

Das Video fanden vor allem die Jungs toll - fast alle kenne hier Borussia Dortmund. Ich habe den Kindern dann auch noch eine kleine Borussenpräsentation mit den wichtigsten Spielern gemacht, damit sie ein paar kennelernen und die Namen üben können - das finden sie immer witzig. Vor allem Blaszczykowski war schwierig.

Danach sind wir in den Klassenraum gegangen und ich habe, nachdem wir noch ein bisschen über Fußball gequatscht haben (größtenteils mit den Jungs) und die mir ihre Mannschaften vorgestellt haben, angefangen, dass Fairplay- Fußballspiel einzuleiten. Und zwar mit der Frage: Warum gefällt es den Mädchen nicht, mit den Jungen zu spielen? Ich kenn das auch von mir, man kann es einfach nicht, die Jungen spielen einen nicht an und man hat Angst abgeschossen zu werden. Die Mädchen haben mir alle genau dasselbe gesagt. Und dagegen möchte u.a. die Idee des Fußballspiels arbeiten.

"Mit seinem besonderen Regelwerk bietet Straßenfußball den Rahmen für Lerninhalte wie Konfliktmanagement, Zivilcourage, interkulturelles Lernen, Fairness und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben." (http://www.sportjugend-bb.de/deutsch/sozial-engagiert/strassenfussball)

Dieses besondere Regelwerk besteht daraus, dass das Spiel 3 Halbzeiten hat, sowie eine besondere Wertung der Verhaltens der Spieler auf dem Spielfeld und keinen Schiedsrichter.                                                                                                                        

In der 1.Halbzeit werden die Spielregeln mit allen zusammen besprochen - es gibt besondere Regeln, die immer ein bestimmtes Ziel verfolgen! Wir haben zum Beispiel diese Regeln festgelegt, um die Rolle der Mädchen zu unterstützen: 1. Das erste Tor muss von einem Mädchen geschossen werden. 2. Die Tore der Mädchen zählen doppelt. 3. Alle Kinder feiern ALLE Tore, auch die der Gegner.    

In der 2. Halbzeit wird gespielt - und zwar ohne Schiedsrichter. Die Kinder müssen ihre Konflikte selber lösen und lernen dadurch, eigenständig mit Konfliktsituationen umzugehen und sie fair zu lösen, ohne Gewalt. Ich als Teamer beobachte nur das Verhalten der Kinder, notiere die Tore und Besonderheiten, aber ich darf nicht eingreifen!        

Das Spiel hat auch wirklich gut geklappt, die Mädchen haben sehr viel mitgespielt, es gab keinen Streit und die Kinder haben sogar ein Foul selbst mit einem Elfmeter gelöst, den ein Mädchen ausgeführt hat! (Um das erste Tor zu erzielen). Das Spiel ging 2-0 für Mannschaft rot aus, denn es gab ein Tor eines Mädchens. Es hat allen echt Spaß gemacht. Nur das gemeinsam Jubeln müssen wir noch üben, das kostet dann doch Überwindung.

In der 3. Halbzeit setzen sich alle zusammen und besprechen das Spiel. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Spielverhalten, wie fair sich wer verhalten hat, was gut und was schlecht war, ....                                                                                                                Dann werden die Punkte verteilt: Zuerst die Spielpunkte (3 für die Gewinner, 1 für die Verlierer) und danach die Regelpunkte. Das ist etwas Neues. Es werden Punkte für die Mannschaften verteilt, wenn sie sich besonders fair verhalten haben und sich an die abgesprochenen Regeln gehalten haben. So kann ein Spiel immer noch gedreht werden, denn es können weitere 3 Punkte gewonnen werden!

Ich habe bis jetzt nur die 1. und 2. Halbzeit mit den Kindern durchgeführt. Die 3. Halbzeit folgt diesen Freitag! Ich bin gespannt, was sie zu dem Spiel denken. Ich habe bis jetzt nur von den Mädchen gehört, dass sie es richtig toll fanden, endlich mal eingebunden zu werden und mitspielen zu können. Aber von den Jungs wird auch bestimmt noch Kritik kommen - denn sie können nicht so spielen, wie sie wollen mit den Regeln!

Ich versuche dann mit den Kindern Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten und das Spiel nächste Wochen noch einmal zu machen!